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Das Ende einer Tagung: Europa - Möglichkeiten und Grenzen eines webgestützten Unterrichts

von AKoenig | Sprache de|November 16, 2008

Abstract:

This posting summarises the results of a conference in Otzenhausen. The meeting gave attention to the subject ´Teaching with the internet resource ENA´. ENA is an abbreviation for European Navigator, a page hosted by the virtuel center of European history. This page provides a large amount of documents: 15 000 texts, videos and audios about European history since 1945 can be found on ´http://www.ena.lu´.

Von Donnerstag, dem 13.11., bis zum Samstag, den 15.11., tagten an der Eurpäischen Akademie Otzenhausen Didaktiker aus Deutschland und Luxemburg zum Thema “Europa - Möglichkeiten und Grenzen eines webgestützten Unterrichts”. Organisiert wurde von der  Bundeszentrale für politischen Bildung in Zusammenarbeit mit der EAO und dem Centre Virtuel de la Connaissance sur l´Europe (CVCE). Im Zentrum, der von Hans-Georg Lambert, Michael Matern und Eva Wessla geleiteten Veranstaltung, stand das Webportal European Navigator (ENA).
Diese seit 2005 verfügbare und in den Sprachen Französisch, Englisch, Spanisch, Deutsch und Niederländisch aufrufbare Internetpräzenz versteht sich als “digitale Bibliothek” zur Geschichte der europäischen Einigung. Kostenlos haben die Nutzerinnen und Nutzer, als Zielgruppe wurden Studenten, Lehrer in Schule und Hochschule sowie Schülerinnen und Schüler, Zugriff auf 15.000 Dokumente, die sich mit der Geschichte Europas nach 1945 beschäftigen. Nach Angaben von Marco Gabellini und François Klein greifen derzeit ca. rund 72.000 Besucher pro Monat auf durchschnittlich 510.000 Dokumente zu. Die Materialdichte ist enorm und die Materialarten vielfältig:

An weiteren Recherchemöglichkeiten stehen u.a. eine Stichwortsuche, eine Mediathek, ein Thesaurus und ein themenspezifisches Lexikon zur Verfügung.
Auf den ersten Blick erschlägt die Materialfülle. Insbesondere Lehrkräften bietet ENA aber auch die Möglichkeit eigene “Alben”, d.h. Ordner, mit didaktisch sinnvoll zusammgefassten Materialien anzulegen. Insgesamt ist ENA ein lohnenswerte Seite und ein überaus verdienstvolles Projekt der Kolleginnen und Kollegen aus Luxemburg!

Auf dem Abschlusspodium waren Wolfgang Mattes, Dr. Susanne Grindel und ich vertreten. Wolfgang Mattes mahnte in seinem Plädoyer einen “kompetenzorientierten Einsatz” der Computers im Unterricht an. Computer und Internet dürften keinesfalls als Disziplinierungsmittel eingesetzt werden. Sinnvoll könne der Computer und das Internet im Unterricht nur eingesetzt werden, wenn zwei wichtige Voraussetzungen erfüllt seien:

  1. eine klare Stukturierung des Unterrichtsgeschehens und die didaktisch sinnvolle Einbettung des Mediums,
  2. klare und auf Selbsttätigkeit angelegte Arbeitsaufträge bzw. Arbeitsformate.

Bildungsprozesse und - wie ich betonte - historische Rekonstruktionsleistungen könnten nur durch die persönliche Verarbeitung und Aneignung von Information ermöglicht werden. Basiskompetenzen - wie z.B. Lesekompetenz - seien auch für die Nutzung des Internet Grundvoraussetzung.

Wolfgang Mattes brachte seine These pointiert auf die Aussage: “Beim Lernen ist “Struktur” das Zauberwort!”. Ergänzen könnte man im Sinne des Reformpädagogen Adolf Reichweins: “Der Schüler muss Methode haben”, um strukturiert lernen zu können. Hier ergeben sich interessante Schnittmenge zu der Frage, was “Rekonstruktion von Geschichte” durch Schülerinnen und Schüler sein könnte.
Frau Dr. Susanne Grindel vom Georg-Eckert Institut für Internationale Schulbuchforschung betonte, dass das systematisch gegeliederte und schülergerecht aufbereitete Schulbuch immer noch Grundlage eines jeden Geschichtsunterrichts ist. Das Internet als Medium weise auf das klassische Medium “Buch”  geradezu zurück. Ein strukturierter Zugang zur Geschichte im Internet sei ohne diese “Vorstruktur” nicht denkbar.

In der sich anschließenden Diskussion wurde die “Kompetenzbegrifflichkeit” näher thematisiert. Einem materialien Bildungsverständnis, das von einem kanonisierbaren Wissensbestand ausgeht, wurde ein - auch der PISA-Studie zugrunde liegender - funktionaler Bildungsbegriff gegenübergestellt. Das klassisch humanistische Bildungsverständnis scheint überholt. Die Anwesenden stellten fest, dass eine “Verengung” der Bildung im Internetzeitalter auf “Schlüsselqualifikationen” der falsche Weg sei. Vielmehr bedürfen auch heute Schülerinnen und Schüler eines soliden Orientierungswissens, gleichsam eines “Navigators” - wie es Dr. Susanne Grindel formulierte -, um sich in der Gegewart zurecht zu finden.
Die Tagung zeigte, im grenzüberschreitenden Dialog, interessante Perspektiven zur Nutzung des Internets im Gemeinschaftskunde- und Geschichtsunterricht auf. Es beleibt zu wünschen, dass sich derartige Veranstaltungen als Standard in der Lehrerfortbildung etablieren. Denn: Europa entsteht erst in der Begegnung. Die Tagung in Otzenhausen gab ein lebendiges Zeugnis für diese Tatsache ab.

Tags: Britische Geschichte, Mediendidaktik, Bilingual, Medienkompetenz, Informationskompetenz, Seminarfach, Berliner Republik, Medienpädagogik, WebQuests, 20. Jahrhundert, British History, Europa, Unterrichtsmethoden, Präsentation, Allgemein |

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