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Slidecasting und seine didaktischen Potentiale
von AKoenig | Sprache |August 25, 2007
Abstract:
Jürgen Wagner, Kollege am LPM und seines Zeichens Lehrer am Gymnasium am Rotenbühl, hat auf dem bekannten Publikationsorgan lehrer-online.de einen kurzen Artikel zum Thema Slidecasting veröffentlicht. Mit dem Verfahren des Slidecasting wurde es möglich, problemlos über den Dienst slideshare.net, Powerpoint - (ppt oder pps), PDF- oder OpenOffice (odp) - Folien (engl. slides) zu veröffentlichen. Allerdings dürfen die Folien 30 MB nicht übersteigen. Die Slides können anschließend mit einer - sich irgendwo im Netz befindlichen MP3-Datei - z.B. einer auf archive.org hinterlegten Datei - verbunden werden. Über einen Online-Audioeditor wird anschließend Folien und Ton synchronisiert. Es werden einfach Platzmarker für den Start- und Endpunkt der einzelnen Folien vergeben. Und fertig ist der Slidecast.
In seinem Artikel weist Jürgen Wagner auf eine kleines Tutorial hin, in dem die Funktionalitäten vorgestellt werden.
Im Hintergrund von Slideshare steht, nach Jürgen Wanger, die Web 2.0 Philosophie. Die User erstellen Content (User created content) und machen diesen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich (Sharing). Im Rahmen der Communtiy slideshare.net können die veröffentlichten Folien bewertet und kommentiert werden.
Die Potentiale für den Unterricht wären auszuloten. Als didaktischer Mehrwert sollte aber schon jetzt festgehalten werden, dass die Lerner multimodal und multikodal angesprochen werden können. Trotzdem bedarf es der Einbettung in einen didkatischen Zusammenhang, um die Vorteile voll auszuschöpfen.
Der Einsatz von Slidecasts im schulischen Unterricht wären z.B. vorstellbar:
- Die Lehrkraft ist in der Lage mit Hilfe einer entsprechend von ihr vorbereiteten Folie die Schülerinnen und Schüler, z.B. über Vorgehensweisen, Methoden oder auch Inhalte, zu instruieren.
- Der Lehrer bzw. die Lehrerin kann in einem internetgestützten Unterricht fremde Folien in das eigene Lernarragement einbinden und entsprechende Arbeitsaufträge, in Form von Hör- und Sehaufträge, geben.
- Slidecasts können in webbasierte Kurse und Lernumgebungen (z.B. moodle) eingebettet werden, ein entsprechender HTML-Code wird von slideshare.net zur Verfügung gestellt.
- Auch in SOL-Lernarragements - nach dem Ansatz von Herold und Landherr - können Slidecasts ihren Platz haben. Sowohl die Bereitstellung von Slidecasts als Lernmaterial, als auch die Produktion von Slidecasts durch die Schüler wären vorstellbar. Im Gruppenpuzzle (Jigsaw-Methode) würde das von der Expertengruppe zu erstellende Infoblatt, indem die wichtigsten Informationen für die “Nicht-Experten” der Stammgruppe zu finden sind, durch eine eintsprechende vertonte Präsentation abgelöst. Neben die Medienkompetenz “Präsentieren” würde die Kompetenz des “Vertonens” treten - auch für das Halten von Referaten eine evtl. nicht zu unterschätzende Übung.
- Slidecasts als Schülerprodukte sollten auch in ePortfolios ihren Platz finden.
Aber auch im Rahmen von Projektwochen oder von Unterrichtsprojekten können Slidecasts zu einem bestimmten Thema auch zum Gegenstand werden. Die technischen Voraussetzungen für die Umsetzung eines handlungs- und
schülerorientierten Einsatzes von Slidecasts sind überschaubar. Im Bereich der Hardware müssen der Lerngruppe entsprechend viele Rechner mit Internetanschluss im Schulgebäude vorhanden sein. Des Weiteren ist eine ausreichende Anzahl an Mikrofonen nötig - einfache Headsets reichen aus. An Software muss auf den Rechner eine Präsentationssoftware (z.B. das im OpenOffice-Paket enthaltene OpenImpress) und ein Audioschnittprogramm installiert sein - am besten Audacity.
Im Zentrum solcher Projekte steht in didaktischer und medienpädagogischer Hinsicht die Vermittlung echter Medienkompetenz. Ohne bisher unterrichtspraktische Erfahrungen gesammelt zu haben, wäre folgendes Vorgehen denkbar:
- Zunächst müssten die Schülerinnen und Schüler im Netz recherieren, was unter einem Slidecast zu verstehen ist. Im Gespräch im Sitzkreis werden die Charakteristika dieses Formats gemeinsam besprochen. Folgende Fragen könnten zur Sprache kommen: Wo sind Slidecasts zu finden? Wo befindet sich der Ton? Wie entstehen Slidecasts? Wer macht sie? Welchen Zweck verfolgt man mit Ihnen? Welche Vor- und Nachteile gibt es? … (Dimensionen Medienkunde / Medienkritik)
- Im Anschluss werden Slidecasts zu einem - gemeinsam bestimmten Thema , das im Mittelpunkt der Projektwoche stehen soll, gesucht. Die Fundstücke werden von den Schülerinnen und Schülern z.B. in Gruppenarbeit verglichen. Über die Recherche und Analyse informieren sich die Schülerinnen und Schüler auch über das behandelte Thema (Dimensionen Mediennutzung / Medienkritik)
- Nach dieser Arbeitsphase kehren die Arbeitsgruppen in den Sitzkreis zurück. Im Anschluss könnte ein gemeinsamer Kriterienkatalog erstellt werden: Was macht einen guten Slidecast aus? Was sollte man vermeiden?
- Letztlich erarbeiten die Schülerinnen und Schüler anhand der gemeinsam erarbeiteten Kriterien ein schriftliches Konzept (Slides und Sprache), wie ihr eigenes Slidecast zum Thema aussehen könnte. Nachdem die eigenen Vorstellungen als Idee festgehlaten wurden, geht es wieder an die Rechner um - lizenzfreie oder unter Creative Commons lizenzierte - Bildmaterialien zu finden.
- Die Erstellung der Slidecasts steht am Ende des Projekts. Die Schülerinnen und Schüler gestalten ihre Folien und nehmen den Ton auf. Dann werden die Dateien hochgeladen: Ton auf archive.org, die Folien auf slideshare.net (Dimensionen Mediennutzung / Mediengestaltung)
- Die Materialien könnten in eine Präsentationshomepage, z.B. auf der Homepage, eingebettet werden. Hierzu muss lediglich der von slideshare.net zur Verfügung gestellte HTML-Code kopiert und an ensprechender Stelle eingefügt werden.
Das sind natürlich nur Idee, die ich hier digital zu Papier gebracht habe. Aber ich denke, dass im Rahmen eines solchen Projekts in der Tat Medienkompetenzen vermittelt werden könnten. Eine spannende Angelegenheit, über die ich gerne nach den nächsten Projekttagen, berichten würde - vorausgesetzt ich bekomme den Informatiksaal ;-)…
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Tags: Slidecasting, ePortfolio, Unterrichtsmethoden, moodle, Web 2.0, Projektunterricht, Allgemein |

August 25th, 2007 at 20:10
hi,
so sehr ich diese ideen mit begeisterung trage, muss ich darauf hinweisen, dass selbst ich es nicht möchte mich 10, 20 jahre später bei einer solchen aufnahme im netz zu finden …
bei schulkindern würde ich auf das publizieren im netz zur zeit noch nicht als die errungenschaft ansehen .. das arbeiten mit medien an sich schon ….
es gibt genügend offline varianten, die ähnliches ermöglichen …
btw, dein neues theme gefällt, hat aber eine umögliche lange ladezeit ..
liebe grüße
martin
August 25th, 2007 at 20:33
Hi Martin,
danke für deine kritische Anmerkung und in der Tat hast du mich ins Grübeln gebracht. Sicher, im Netz gibt es keine Halbwertszeiten, und was einmal eingestellt wurde, wird - sehr wahrscheinlich - länger als Uranatome überdauern.
Trotzdem denke ich, dass Web 2.0 Anwendung durchaus als publizistische Plattform auch für schulische Zwecke genutzt werden sollten. YouTube, Myspace usw. werden bisher - fast ausschließlich - für kommerzielle Zwecken oder zur Selbst- und Außendarstellung genutzt. Maches, was da zu sehen ist, mag kaum “karrierefördernd” sein. Einige der - vielleicht leichtfertig eingepflegte - Videos könnten lang- oder mittelfristig gravierendere Folgen haben.
Ich stelle einfach einmal in den Raum, ob ein schulisches Video, ein Slidecast oder ähnliches, nicht Produkte sind, die der Öffentlichkeit über das Netz zugänglich gemacht werden sollten. Selbstverständlich wäre natürlich im Vorfeld die Einverständnis der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern einzuholen, wie das mein Kollege Micheal Gros für sein Schulblogprojekt - das gleichsam als Klassentagebuch dient, in das Präsentationen, Gedichte usw. eingepfegt werden sollen, bereits getan hat. Auch die Schulleitung wäre zu informieren. Den Vorteil, den ich vor allem sehe, ist, dass auf diese Art Content erstellt wird, der wiederrum von anderen genutzt werden könnte. Wie Heinz Moser zum Format des WebQuest einmal sagte, wäre eine Art “Lernspirale” dann vorstellbar.
Alternativ wäre natürlich auch die anonyme Einpfegung der Materialien - z.B. über eigens von der Lehrkraft eingerichtet Nutzerkonten - eine Option.
Mmh, vielleicht wäre das die Lösung, danke auf jeden Fall für den Einwand…
Liebe Grüße aus Saarbrücken
alex
P.S.: In der Tat stört mich die lange Ladezeit auch. Mal sehen, was sich diesbezüglich machen lässt.
August 26th, 2007 at 12:49
nicht dass ich falsch verstanden werde, ich bin ein absoluter befürworter eurer projekte … mein umfeld sagt ja immer, dass ich schon viel zu leichtfertig mit diesen dingen umgehen ..
mein vorschlag was slidecast angeht würde ich eher eine software nehmen die screen capturing kann ..
dann kann man die folie und den ton gleichzeitig aufnehmen (vodcast) und danach veröffentlicht man es auf seinem (oder schuliternen) blog …
der vorteil ist, dass man hier die daten “eher” im griff hat als auf einen x-beliebigen server ..
oder ich sage auch immer: ich darf nur etwas veröffentlichen, wozu ich auch noch in hundert jahren stehe .. und meine befürchtung ist schlicht und einfach, dass sich die schüler/eltern noch nicht wirklich bewusst sind was dies heißt (im gegensatz zu uns “erfahrenen” benutzern)
liebe grüße
martin
August 26th, 2007 at 14:12
Hi Martin,
das wäre natürlich auch eine Möglichkeit. Man könnte Captivate oder Camtasia nehmen oder auch die OpenSource-Variante CamStudio.
Ich gebe dir 100%ig recht, dass man in der Tat, die Dinge dann eher unter Kontrolle hat.
Liebe Grüße alex
November 4th, 2009 at 14:12
[…] ich die Session hier nach. Ich habe sie nachträglich nochmal besprochen und daraus ein “Slidecast“ gebastelt. Klingt noch ziemlich holprig, aber fürs erste Mal bin ich zufrieden. Danke […]